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Willkommen zuhause!

  • metuw7
  • vor 13 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit
Ein junges Mädchen mit Hut grüßt Willkommen zuhause!

Krise ist das Normal

Medial werden Religion, Glaube und Kirche als Auslaufmodell dargestellt. Zugegeben, sofern es um die traditionellen Konfessionen und Denominationen geht, allen voran die Volkskirchen, trifft das zu. Für die katholische und evangelischen Volkskirchen ist seit Jahrzehnten Krise das Normal. Aber auch an Freikirchen wie Methodisten, Baptisten oder Freie evangelische Gemeinden geht dieser Trend nicht vorbei.


Die vibes müssen stimmen

Das bedeutet allerdings nicht, dass Glaube und  Spiritualität in Deutschland insgesamt im Rückzug begriffen ist. So entdeckt die Generation Z das Religiöse für sich. Freilich sucht sie es nicht in traditionellen Kirchen und Freikirchen. Bedarf und persönlicher Relevanz stehen im Mittelpunkt der Jüngeren, wenn es um den Glauben geht, so die Wiener praktische Theologin Regina Polak. In beidem können die traditionellen Kirchen nicht wirklich punkten. Die vibes müssen halt stimmen. Und das tun sie in den jungen, unabhängigen Kirchen. Das Stuttgarter Gospel Forum ist eine Gemeinde, die diese neue und erfolgreiche Form von Kirche repräsentiert.


Willkommen zuhause!

Willkommen zuhause!“ begrüßt einen das Gospel-Forum. Wer hört das nicht gerne in einer zunehmend kalten Welt, in der der Krieg vor der Tür steht, eine Baby-Boomer-Regierung einem den Support entzieht und die Inflation droht? Wie gut tut es da, an einem Ort spirituell durchzuatmen, wo man weiß, hier bin ich, hier darf ich sein. Ein warmes Willkommen versprechen auch andere dieser unabhängigen Gemeinden, wie  Vineyard oder die Frankfurter Move-Churches. 


Englischsprech

Apropos „Churches“: Sie kommen zwar ohne große konfessionelle Etikettierung im Namen aus, aber nicht ohne Englisch. Das bereits erwähnte Gospel-Forum verschlagwortet seine Glaubenssätze auf Englisch und fährt dann auf Deutsch fort. Das australische Hillsong-Franchise verzichtet gleich ganz auf die Nationalsprache. Damit beweisen sie den richtigen Riecher. Was für Baby-Boomer und Gen X noch echtes Lernwerk war, nämlich die erste Fremdsprache, ist für die Digtal-Natives verbale Wirklichkeit, ohne die sich Tik-Tok, Insta und YouTube nicht erschließen. Aramäisch sprach unser  Herr Jesus einst, dann Griechisch und dann Latein. Jetzt eben Englisch, das ist der Lauf der Zeit. Und zeitgemäßes Englischsprech können die Churches. 


Vibe-Church

„Alles Vermarktungstricks“, stellt der skeptische Geist fest. „Mit klebrigem Lobpreis-Opium bedienen sie das Volk.“ Das Argument klappt nicht, weil es vor allem von denen ins Feld geführt wird, die Religion eh für Schmonzes halten, gleichgültig ob einer im hippen Aufzug lobpreist oder im schwarzen Talar „Mit Ernst oh Menschenkinder“ brummelt. Man muss einfach zugeben, wer auf vibes reagiert, hat verstanden, was dem anderen wichtig ist. Und im Unterschied zu irgendwelchen Marketing-Fuzzies glauben die Vibe-Churches an die T-Shirt-Aufdrucke, die sie im kircheneigenen Webshop verkaufen. Kurzum, während die traditionellen Kirchen und Freikirchen noch irgendwie so vor sich hindümpeln, läuft es bei den neuen unabhängigen Churches. Alles für den Herrn!


Grundsätzliches Grübeln

Doch hat die Sache einen Haken: Wer nur seinen individuellen spirituellen Bedarf im Blick hat, kippt leicht in Richtung religiöser Konsument. Ebenso der, der diesen Bedarf bedient. Er bleibt nur solange relevant, wie er das schafft. Und wenn man dann an diesem Punkt ins Grübeln gerät, dann kommen einem womöglich noch ganz andere Gedanken. Beispielsweise "Wer ist das eigentlich, der mich so freundlich willkommen geheißen hat im Namen des Herrn?" Oder ganz grundsätzlich: „Was genau will ich hier?“ 


 
 
 

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