How to fail with Jesus
- metuw7
- vor 1 Tag
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Aktualisiert: vor 11 Stunden
Tragische Erfolgsgeschichte
Im letzten Buch der Bibel wird eine tragische Erfolgsgeschichte geschildert: die Gemeinde von Laodicäa ist eine von sieben, die in der Offenbarung unmittelbar angesprochen werden. Angeraunzt müsste man im Fall dieser Gemeinde sagen, denn sie kommt gar nicht gut weg: Jesus findet sie ungenießbar. Lau und halblebig, mit dem spirituellen Mumm eines Frischkäses.
Zum Kotzen
Laodicäa hatte indes einen völlig anderen Eindruck von sich.
So eine Gemeinde braucht das Reich Gottes nicht, weil es eh schon prima läuft. Diese Art der Selbstzufriedenheit, nicht heiß, nicht kalt, findet Johannes aka Jesus einfach total zum Kotzen.
Spinner gibt's immer
Aber hey, muss einem das was ausmachen? Zwar weiß niemand, wie die Laodicäer mit diesem Frontalangriff auf ihre spirituelle Gemütlichkeit klar gekommen sind; in der Offenbarung endet es mit dieser Tirade. Doch kann man ja mal spekulieren. Wie würde es einem selbst gehen, wenn ein eifernder Prophet einen im Namen des Herrn so den Marsch bläst?
Vermutlich reagierten sie schon damals mit der unter Christenmenschen bewährten Mischung aus rechtschaffener Konsterniertheit, theologischen Bedenken und halbbetroffenem Mitleid für einen armen, übergeschnappten Burschen aus den eigenen Reihen, der jedoch, wenn man‘s recht bedenkt, eigentlich nie wirklich zu einem gehört hat. Was soll man machen? Spinner gibt's immer.
Die eigene Blase
Alles sehr famose Gründe, die eigene klerikale Blase nicht verlassen zu müssen. Und darauf kommt es schließlich an: Ein bisschen "Wie spricht der denn mit uns?", ein wenig formale theologische Reflexion und nicht zuletzt das rechte Maß an Betroffenheit. Hauptsache es bleibt so cosy wie es ist. How to fail with Jesus? So kann‘s klappen. Und das beste daran? Man kriegt es nicht mal mit.
Die Gemeinde von Laodicäa war eine der sieben Gemeinden, an die sich Johannes, der Offenbarer in einem Sendschreiben wendet. Die Sieben Sendschreiben am Beginn der Apokalypse (Off. 2-3), wie die Offenbarung auch heißt, richten sich an die Gemeinden in Ephesus, Smyrna, Pergamon, Thyatira, Philadelphia, Sardes und Laodicäa, alles Städte der römischen Provinz Asia. Obwohl Johannes sehr genau auf die Lage der Gemeinden eingeht, weist die Zahl "7" darauf hin, dass die Sendschreiben typisierend zu verstehen sind, also für alle christliche Gemeinden gelten ("7" ist die jüdische Zahl der Gesamtheit). Auch der wie ein Lied strukturierte Aufbau der Sendschreiben weist darauf hin, dass Johannes nicht nur diese bestimmten Gemeinden im Blick hatte.
Eine Besonderheit allerdings nimmt das Schreiben für die Gemeinde von Laodicäa ein: Der Ton ist extrem brüsk und geht über den Tadel hinaus. Auch die anderen Gemeinden werden gemaßregelt, aber auch gelobt und ermahnt. Nicht so Laodicäa. Weder Lob noch Ermahnung, stattdessen ein niederschmetterndes Urteil.




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